Ergebnisse der deutschen Kostenstudie


Weitere Informationen zu der deutschen Kostenstudie: 

Die Kostenstudie für Deutschland wird vom Büro für Agrarsoziologie und Landwirtschaft (BAL) im Auftrag des European Milk Board (EMB), der MEG Milch Board und dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) erstellt und ständig aktualisiert. Weiterführende Informationen zu der Kostenstudie finden Sie hier:

MEG Milch Board:

https://www.milch-marker-index.de

European Milk Board:

http://www.europeanmilkboard.org/de/produktionskosten-der-milch/deutschland.html


Hier finden Sie die Kostenstudien für weitere europäische Länder: http://www.europeanmilkboard.org/de/produktionskosten-der-milch.html


Weichen Ihre Daten stark von den Durchschnittsdaten der Kostenstudie ab?

Da es sich um die individuellen Kosten Ihres Hofes handelt, sind Abweichungen vom deutschen Durchschnitt an sich nichts Ungewöhnliches. Jeder Hof hat sein eigenes Ergebnis. 


Unterschiede aufgrund von Standardwerten in der Studie 

Die Studie arbeitet mit Standardwerten, während Sie im Milchkostenrechner für Ihren Hof Ihre individuellen Werte angeben. Es gelten in der Kostenstudie für Deutschland beispielsweise für Fett und Protein Werte von  4,0 bzw. 3,4 Prozent.  

Ein Unterschied zwischen Ihren Daten und denen der Studie kann auch darauf zurückzuführen sein, dass die von Ihnen angegebenen Arbeitsstunden höher liegen als die Standardstunden, die die EU-Kommission ansetzt (und die in der Studie genutzt werden). Auch wenn der Großteil der EU-Daten, die für die Studie genutzt werden, gut erfasst und repräsentativ ist, muss man jedoch die Angaben der EU-Kommission bei den Arbeitsstunden kritisieren. Die EU-Kommission geht für jedes Land von dem gängigen Wochenstundenmodell aus – für Deutschland also von rund 45 Stunden pro Woche. Das bedeutet, dass die EU-Kommission hier für einen vollzeitarbeitenden Betriebsleiter auf einem Milchviehbetrieb ca. 45 Stunden in der Woche und damit 2.356 Stunden im Jahr ansetzt. Nun arbeiten LandwirtInnen oftmals mehr. Da die tatsächliche Arbeitszeit jedoch von keiner offiziellen Stelle bisher adäquat erfasst wird, müssen wir für die Studie bis dato noch auf den unausgereiften Ansatz der EU-Kommission zurückgreifen. Das heißt, dass die Durchschnittszahlen der Studie für Deutschland sicher höher liegen würden, wenn die tatsächlichen Arbeitszeiten mit einfließen könnten. 

Der Grund für die Abweichung Ihrer individuellen Zahlen von den Durchschnittsdaten wären hier also die zu niedrigen Arbeitszeiten in der Studie und keine fehlerhafte Angabe bei Ihren individuellen Zahlen.


Unterschiede bei den Kosten der Biomilch

Die Kalkulation beim Milchkostenrechner ist im Großen und Ganzen identisch mit der Berechnung bei der Biomilchstudie. Es gibt jedoch einen Unterschied. Da man bei der Biokostenstudie Zugriff auf detailliertere Informationen hat, wird hier - im Gegensatz zum Milchkostenrechner - das Endergebnis nicht um alle Beihilfen reduziert. Bei den Agrarumweltmaßnahmen (AUM) ist es ausschließlich die Bioprämie, die abgezogen wird. Alle anderen AUM-Zahlungen für andere, zusätzlich umgesetzte Umweltleistungen, die an die Betriebe ausgezahlt wurden und die nicht in direktem Zusammenhang mit der Milcherzeugung stehen, werden nicht von den Kosten abgezogen. Da man diese Trennung der Beihilfen mit Hilfe der Buchhaltungsdokumente, die für diesen Milchkostenrechner genutzt werden, leider so nicht nachvollziehen kann, werden bei dem Milchkostenrechner die kompletten AUM-Zahlungen abgezogen. Das reduziert das Kostenergebnis etwas. Also auch hier kann ein Unterschied zwischen Ihren Kosten und denen der Studie begründet liegen.